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Lenkkopflager wechseln (lange Anleitung)

🚴 Thema des Videos: 

Lenkkopflager wechseln bei externen Leitungen.

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Technische Details & Transkript anzeigen

Lenkopflager tauschen – Anleitung für externe Leitungsführung

In diesem Reparaturvideo zeigt Julius, wie du die Lenkopflager an deinem Fahrrad tauschst – am Beispiel eines Gravelbikes mit externer Leitungsführung und gedichteten Industrielagern. Du erfährst Schritt für Schritt: Vorderrad demontieren, Gabel ausbauen, obere und untere Lager samt Spreizring und Abdeckung entfernen, alles reinigen und das passende Ersatzlager anhand von Außendurchmesser, Lagerhöhe und Winkel auswählen. Oben und unten sind oft unterschiedliche Lager – unbedingt einzeln messen und mit dem alten Lager vergleichen.

Das Video behandelt Montage mit reichlich Fett (Korrosionsschutz), korrekte Einbaurichtung und die Einstellung der Vorspannung über die Topcap am Boden. Typische Fallstricke: Gabel beim Ausbau sichern, Leitungen nicht abknicken, Zwischenplättchen und Reihenfolge der Anbauteile dokumentieren. Für Räder mit integrierter Leitungsführung durch das Lenkopflager empfiehlt sich ein separates Video. Abschlusskontrolle: leichtes Lenken in der Luft, kein Spiel zwischen Abdeckkappe und Rahmen.

Sicherheitshinweis: Lenkopflager-Tausch nur mit passendem Werkzeug und DrehmomentschlĂĽssel fĂĽr den Vorbau. Bei Unsicherheit Werkstatt aufsuchen.

Zusätzliche Infos

  • Thema: Fahrradreparatur – Lenkopflager tauschen
  • Betrifft: Räder mit externer LeitungsfĂĽhrung (Gravel, MTB, Rennrad u. a.)
  • Lagerarten: Gedichtete Industrielager (häufigste Variante), teils noch Kugelring-Lager
  • Nicht in diesem Video: Integrierte LeitungsfĂĽhrung durch das Lenkopflager (separates Video – Leitungen ziehen, Bremse entlĂĽften, Schaltung einstellen)
  • Werkzeuge: 4-mm- oder 5-mm-Inbus, Messschieber, Fett, optional DrehmomentschlĂĽssel
  • MaĂźe fĂĽr Ersatzlager: AuĂźendurchmesser, Lagerhöhe, ggf. Winkel (angeschrägt); Innendurchmesser meist unkritisch
  • Montagetipp: Ă„uĂźerer Winkel des Lagers zum Rahmen hin; reichlich Fett fĂĽr Korrosionsschutz
  • Einstellung: Topcap handfest, Vorbau ausrichten, Klemmschrauben mit Drehmoment; kein Spiel, leichtes Lenken
  • Typische Probleme: Falsches Lager (zu groĂź/klein), Anbauteile in falscher Reihenfolge, Leitungen abknicken beim Hängen
  • Quelle: juliusfahrrad.de

Transkript

In diesem Video zeige ich dir, wie du deine Lenkopflager am Fahrrad tauschst. Vorsicht: Es gibt verschiedene Varianten. Meine Variante sind gedichtete Industrielager – das ist das Häufigste, was mittlerweile verbaut wird. Es gibt aber theoretisch auch welche mit Kugelringen. Außerdem ist zu beachten: Ich habe hier eine komplett externe Leitungsführung – meine Leitungen laufen nicht durch das obere Lenkopflager. Falls du das hast, empfehle ich dir ein anderes Video anzuschauen. Dann müssen Leitungen gezogen werden und dementsprechend Bremsen entlüftet, Schaltung neu eingestellt bzw. Züge neu verbaut werden. Das ist jetzt die ganz normale Version, gezeigt am Gravelbike – funktioniert aber auch bei vielen anderen Rädern, Mountainbikes und so weiter. Falls ihr selbst Hand anlegt, beachtet den Haftungsausschluss. Schaut das kurze Video bis zum Ende an, um viele Tipps zu dem Thema zu bekommen.

Zu Beginn entfernen wir das vordere Laufrad. Das würde auch ohne gehen, aber mit dem entfernten Laufrad haben wir einen Handling-Vorteil, wenn wir gleich die Gabel ausbauen. Jetzt fangen wir an, die Gabel zu demontieren. Dafür nehmen wir die Topcap oben runter – die ist immer mit Inbus geschraubt. Ich habe hier eine eher seltene Version; in der Regel 5-mm- oder 4-mm-Inbus. Den Spacer können wir auch schon abnehmen. Jetzt öffnen wir die seitlichen Klemmschrauben am Vorbau und halten parallel mit der anderen Hand die Gabel fest. Wenn die jetzt offen sind, könnte die Gabel nach unten rausrutschen. Wir nehmen den Vorbau nach oben ab und können die Gabel nach unten rausziehen. Als Handling-Vorteil schieben wir den Vorbau einfach wieder drauf, schließen eine seitliche Klemmschraube und können das Ganze hängen lassen – darauf achten, dass die Leitungen nicht abknicken und entlastet sind. Bei mir war das etwas zu viel Belastung auf der Leitung – ich habe kurz einen Stuhl untergestellt, damit nichts verrutschen kann, während wir oben arbeiten.

Dann fangen wir oben an. Als Erstes hast du immer eine Abdeckung drauf – die kann unterschiedlich aussehen; bei mir ist sie relativ flach. Darunter kommt der Spreizring fürs Lager. Es gibt auch Varianten mit Zwischenplättchen – habe ich sogar hier im Fett versteckt. Beim Auseinanderlegen wirklich angucken, dass du wieder weißt, wie es zusammengehört. Dann sind wir schon am Lager. Auf der Unterseite steckt in der Regel das Lager noch im Rahmen – kann man rausziehen; es kann auch sein, dass es bereits auf der Gabel mit rausgezogen wurde. Beim Unterteil ist in der Regel einfach nur das Lager.

Jetzt fangen wir an, alles zu reinigen. Auch wenn dein Lager verschlissen ist, machst du das bitte einmal kurz sauber – du solltest vergleichen können, ob du mit dem neuen Lager auch das Richtige hast. Bei Lenkopflagern gibt es eine riesige Auswahl, die sich teils nur minimal unterscheidet. Erster Parameter ist der Durchmesser – einmal messen und mit dem neuen vergleichen. Hier musst du wirklich genau hingucken: Es gibt Lager, die sich nur um wenige Zehntelmillimeter unterscheiden – das muss aber das Passende sein. Ist das Lager zu groß, geht es nicht in den Rahmen; ist es zu klein, hast du Spiel im Rahmen und könntest den Rahmen über die Zeit beschädigen.

Was du auch schauen kannst: Manche Lager haben auf der Seitenwand eine Beschriftung – in meinem Fall leider nicht. Erster Wert: Außendurchmesser. Zweiter, nicht zu vernachlässigen: die Lagerhöhe – auch mit Messschieber leicht rausmessen. Auch hier gibt es welche mit 5 mm Unterschied. Dann der Innendurchmesser – in der Regel weniger problematisch. Und dann gibt es noch Winkel: Unser Lenkopflager ist angeschrägt – außen und innen eine Schräge, und auch hier verschiedene Varianten. Bist du auf Lagersuche, fang mit Außendurchmesser und Lagerhöhe an – dann grenzt sich das schon ein. Falls du schon Lager hast, unbedingt mit dem alten vergleichen. Und natürlich am oberen Lager dasselbe Spiel – die meisten Räder haben heutzutage oben und unten nicht mehr identische Lager, gibt's aber auch noch.

Selbes Spiel wie unten: Anbauteile auseinanderlegen und sauber machen, am Rahmen einmal sauber machen. Es gibt verschiedene Varianten – bei mir liegt das Lager direkt im Carbon; es gibt auch Varianten mit eingepresster Lagerschale im Rahmen. Für den Lenkopflagerwechsel ist der Vorgang aber immer identisch. Natürlich auch in der unteren Lagerschale sauber machen und an der Gabel.

Jetzt geht's ans Montieren – wichtig: ordentlich Fett benutzen. Das Fett hat gar nicht die Wirkung, das Lager zu schmieren, sondern Wasser draußen zu halten. Ich nehme mein Lager – in dem Fall das alte, das bei mir noch in Ordnung war – setze es auf eine Fettschicht und gebe oben noch etwas drauf. Hier kannst du fast nicht zu viel Fett reinmachen – überschüssiges Fett verdrängt sich. Zu wenig Fett bedeutet schlechteren Korrosionsschutz. Dasselbe Spiel auch unten: Vorbau wieder runter, vor dem Aufstecken ordentlich Fett auf die Gabel, Lager wieder aufsetzen.

Was ich oben noch nicht erklärt habe: Wie das Lager gehört – eigentlich logisch: Der äußere Winkel soll zum Rahmen hinzeigen. Oben nach innen, unten von unten nach oben. Setze ich es falsch herum drauf, setzt es sich gar nicht wirklich rein; richtig herum sitzt es bündig auf. Auch hier noch ordentlich Fett drauf. Jetzt führe ich die Gabel wieder durch – unten muss es bündig aufsitzen wie vorher. Oben guckt der Gabelschaft raus. Zuerst den Spreizring – der setzt sich ins Lager rein. In meinem Fall habe ich noch einen Kunststoffring, der Toleranzen wegspacert – das kannst du auch nicht haben. Dann die Abdeckung. Wenn ich alles zusammenschiebe, muss es aussehen wie vorher und sich schon leicht lenken lassen. Spacer oben drüber – Vorbau wieder auf, eine seitliche Klemmschraube – ab jetzt darf ich die Gabel loslassen. Spacer und Topcap lose zusammenschrauben – einstellen tu ich, wenn das Rad am Boden steht. Vorderrad wieder einsetzen.

Jetzt müssen wir das Lenkopflager korrekt einstellen. Dafür die seitliche Klemmschraube öffnen, prüfen ob die zweite auch offen ist. Über die Topcap oben die Vorspannung einstellen – handfest. In meinem Fall ist die Werkzeugaufnahme in der Kappe integriert; in der Regel hast du eine ganz normale Schraube. Hartfest. Vorbau zum Vorderrad gerade ausrichten, seitliche Klemmschrauben schließen – im Idealfall mit Drehmomentschlüssel; Werte stehen in der Regel auf dem Vorbau.

Jetzt prüfen, ob die Vorspannung passt – zwei Parameter: Erstens muss es leicht lenkbar sein, wenn das Rad angehoben ist. Zweitens: Spiel prüfen – Vorderradbremse ziehen, Finger zwischen Abdeckkappe und Rahmen, nach vorne und hinten rütteln. Kann ich noch Spiel feststellen, passt etwas nicht – in der Regel sind die Lager nicht ausreichend vorgespannt, könnte aber auch falsch montiert sein. Abschließend darf kein Spiel mehr spürbar sein. Am Ende überschüssiges Fett mit einem Tuch wegnehmen – bei den ersten Fahrten kann noch etwas Fett rausdrücken, technisch nicht schlimm.

Für mehr Tipps rund um dein Fahrrad: juliusfahrrad.de – meine Website, auf der ich dir zeige, wie du dein Fahrrad selbst reparieren kannst.